Februar 4, 2026 • Allgemein

Market Briefing: Feb 04, 2026

Market Briefing: Feb 04, 2026

TÄGLICHER MARKTBERICHT

Mittwoch, 04. Februar 2026 | Sancti Andreae Corsini


DAS MAKRO-NARRATIV: DIE RÜCKKEHR DER SCHWERKRAFT

Monatelang betete der Markt für eine „sanfte Landung“ (Soft Landing). Heute erinnerte uns das US-Finanzministerium daran, dass die Schwerkraft – die finanzielle Schwerkraft – unausweichlich ist. Das Narrativ verschob sich heute Morgen gewaltsam von der Geldpolitik (was die Fed sagt) zur fiskalischen Realität (was das Schatzamt verkauft).

Der Katalysator: Die vierteljährliche Refinanzierungsankündigung (QRA)
Das US-Finanzministerium veröffentlichte seinen Kreditbedarf für das kommende Quartal, und die Zahlen sind unmissverständlich: Der Souverän benötigt mehr Kapital. Das Auktionsvolumen ist größer als vom Konsens erwartet. In einer Welt begrenzter Liquidität bedeutet dies: Wenn der Staat mehr fordert, bleibt für alle anderen weniger.

Die Daten: Ein Liquiditätsschock
Die Reaktion erfolgte sofort und mechanisch. Die US-10-Jahres-Rendite (USGG10YR) – der Diskontsatz für die gesamte Weltwirtschaft – sprang um 14 Basispunkte auf 4,27 %. Dies ist eine massive Bewegung für eine einzelne Sitzung, die wie ein Staubsauger für die globale Liquidität wirkt.

  • Bitcoin (-4,16 %): Als reinster Gradmesser für spekulative Liquidität geriet Krypto zuerst ins Wanken. Wenn risikofreie Staatsanleihen 4,27 % bieten, schwindet der Appetit auf Risiko-Assets.
  • Gold (-1,00 %): Selbst der antike Wertspeicher blieb nicht verschont. Steigende Realzinsen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von unverzinslichem Barren.
  • Volatilität (VIX +4,83 %): Die Angst ist zurückgekehrt – nicht vor einer Rezession, sondern vor einer Neubewertung (Repricing).

Wir sind Zeugen einer „Fiskalischen Dominanz“. Die Federal Reserve mag die Zinsen senken wollen, doch wenn das Schatzamt den Markt mit Angebot flutet, werden die Renditen steigen, unabhängig vom „Dot Plot“ der Fed. Der Souverän verdrängt den Privatsektor.


THE AQUINAS VIEW: ÜBER DIE HIERARCHIE DER URSACHEN

In der Summa Theologica lernen wir, dass eine Unordnung entsteht, wenn ein niederes Gut ein höheres Gut usurpiert. Im wirtschaftlichen Bereich ist Geld dazu bestimmt, ein Maß des Wertes zu sein und dem Austausch von Gütern zum allgemeinen Nutzen zu dienen (Kommutative Gerechtigkeit).

Was wir heute jedoch beobachten, ist eine Verzerrung der Wirkursache (Causa efficiens). Der Staat, indem er seine Schuldenemission über das natürliche Wachstum der Wirtschaft hinaus ausweitet, agiert als überwältigende Kraft, die den Preis der Zeit (Zinsen) verzerrt. Dies ist kein „freier Markt“, der ein Gleichgewicht sucht; es ist ein System, das unter der Last einer künstlichen Bürde kämpft.

Der „Crowding-Out“-Effekt ist ein säkularer Begriff für eine tiefere philosophische Realität: Begrenzte Potenz. Es gibt im System nur eine bestimmte Menge an Kapital (Akt). Wenn der Souverän den Löwenanteil verbraucht, um vergangene Verpflichtungen zu finanzieren, wird das Potenzial für zukünftige produktive Schöpfung (Innovation, privates Unternehmertum) verringert. Der Markt erkennt derzeit, dass das „Free Lunch“ (das kostenlose Mittagessen) den Satz vom Widerspruch verletzt.

Das Signal: Ignorieren Sie den Lärm der täglichen Aktienschwankungen. Beobachten Sie den Anleihemarkt. Er ist das, was der „Wahrheit“ in einem Fiat-System am nächsten kommt.


In einer Welt, die im Lärm ertrinkt, filtert Aquinas Intelligence nach dem Signal. Wir sagen die Zukunft nicht voraus; wir analysieren die Ursachen der Gegenwart, um den Weg nach vorne zu beleuchten.

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