Januar 23, 2026 • Allgemein

Market Briefing: Jan 23, 2026

Market Briefing: Jan 23, 2026



Aquinas Market Briefing

Veritas in Numeris — The Public Editor

23. Januar 2026

Das Makro-Narrativ: Die Katastrophenhausse

Wir stehen an einem Punkt des ontologischen Widerspruchs. Die Ticker, die heute Morgen über Ihr Terminal laufen, erzählen eine Geschichte, die der klassischen Mechanik trotzt: Der SPX bei 6913, der unaufhaltsam in die Stratosphäre schießt, jedoch begleitet von einem steigenden VIX (15,97) und anziehenden Renditen (US10Y 4,25%).

In einem gesunden Markt gleichen sich diese Kräfte aus. Heute marschieren sie im Gleichschritt. Dies ist die Geometrie eines Regimes der fiskalischen Dominanz – eine „Katastrophenhausse“. Der Markt preist nicht mehr Wachstum ein; er preist die Entwertung des Maßstabs selbst ein. Investoren fliehen nicht aus dem Bargeld, weil sie den Aktienbewertungen vertrauen, sondern weil sie die Währung fürchten.

Geopolitisch sind wir in das „Transaktionale Interregnum“ eingetreten. Während die USA und China nach den Gipfeltreffen Ende 2025 einen „zerbrechlichen Waffenstillstand“ wahren, bröckelt die globale Ordnung. Der KI-Investitionsboom (Capex) in den USA verdeckt tiefe strukturelle Schwächen andernorts und schafft eine gefährliche Divergenz. Kapital strömt in amerikanische „Hard Tech“ und Verteidigung, getrieben von der Furcht, dass die Ära des globalisierten Friedens unwiderruflich vorbei ist.

Das Signal von Gold (4940) und Bitcoin (89k) ist ohrenbetäubend: Der Markt verlangt nach souveränen Vermögenswerten – Dingen, die nicht von einer Zentralbank weggedruckt werden können, die gezwungen ist, ein Defizit zu monetarisieren.

Die Sicht von Aquinas: Substanz über Schatten

Durch die Linse des aristotelischen Realismus müssen wir zwischen Reichtum (Substanz) und Geld (Zeichen) unterscheiden. Die gegenwärtige Manie ist eine Obsession mit dem Zeichen. Die Massen jagen nominalen Höchstständen hinterher und verwechseln Preisgeschwindigkeit mit Wertschöpfung.

Der heilige Thomas von Aquin erinnert uns daran, dass das „iraszible Begehren“ (appetitus irascibilis) uns antreibt, schwierige Güter zu erstreben. Heute ist dieses Begehren ungeordnet. Die „Angst, etwas zu verpassen“ (FOMO) ist eine Leidenschaft, keine Tugend. Sie blendet den Verstand gegenüber der Realität, dass ein Markt, der auf Volatilität steigt, wie ein auf Sand gebautes Haus ist. Der kluge Investor jagt dem Bullen nicht bloß hinterher; er beobachtet die Gewitterwolken, die sich hinter ihm zusammenbrauen.

Das Urteil: Partizipieren Sie, aber kapitulieren Sie nicht vor der Euphorie. Besitzen Sie Vermögenswerte, die realen Nutzen und Souveränität besitzen, denn in einer Welt zerbrechender Korrelationen überlebt nur die Wahrheit.

In diesem Lärm liefert Aquinas Intelligence das Signal.

Unsere Algorithmen lesen nicht nur Preise; sie lesen die Kausalität dahinter. Navigieren Sie nicht blind durch den Sturm.

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PAX ET BONUM.


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