Januar 16, 2026 • Allgemein

Market Briefing: Jan 16, 2026

Market Briefing: Jan 16, 2026





The Aquinas Market Briefing

16. Januar 2026 | Fest des Hl. Marcellus I., Papst und Märtyrer

Der Konflikt der Willen: Exekutive Gewalt trifft auf ökonomische Realität

Die Illusion des “neutralen Marktes” ist zerbrochen. Während wir die zweite Woche des Jahres 2026 abschließen, werden wir Zeugen einer strukturellen Kollision zwischen der Wirkursache (dem Willen der Exekutive) und der Materialursache (der ökonomischen Realität). Das Ergebnis ist nicht bloß Volatilität; es ist eine gewaltsame Rotation der globalen Ordnung.

Während der S&P 500 trügerisch nahe bei 6.944 verharrt, knirschen die tektonischen Platten darunter. Die Schlagzeile lautet nicht mehr Gewinne; sie lautet Autorität.

1. Das Makro-Narrativ: Der Krieg gegen die Fed & Die Wuchergrenze

Das Narrativ der “sanften Landung” starb am Dienstag. Der Markt preist nun zwei unterschiedliche Schocks ein, die den institutionellen Konsens gelähmt haben:

  • Die institutionelle Krise (Die Fed): Die strafrechtliche Untersuchung gegen den Vorsitzenden Powell ist keine juristische Anomalie; sie ist ein Regimewechsel. Die Exekutive behauptet ihre direkte Dominanz über die Geldpolitik. Gold hat als ultimativer Schiedsrichter reagiert und steigt, da Kapital Schutz vor der Politisierung des Dollars sucht.
  • Der “populistische Schock” (Die Zinsdeckelung): Präsident Trumps Vorschlag, die Zinssätze für Kreditkarten auf 10% zu begrenzen, hat den Finanzsektor dezimiert. Während die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen aus Inflationsangst auf 4,19% steigen, brechen Bankaktien aus Angst vor einer angeordneten Zerstörung der Nettozinsmargen ein.
  • Geopolitischer Realismus: Von der Festnahme Maduros bis zur erneuten “Grönland-These” (ein strategischer Spielzug um Seltene Erden) haben die USA die feine Kunst der Soft Power zugunsten des stumpfen Instruments kinetischer Aktion aufgegeben.
“Der Markt liebt die Idee des Wachstums (SPX ~7k), fürchtet aber die Methode (Staatsintervention). Wir bewegen uns von einem Regime des freien Vertrags zu einem des exekutiven Dekrets.”

2. Die Sicht von Aquinas: Gerechtigkeit vs. Ordnung

Wie sollte der besonnene Investor diesen Sturm navigieren? Wir wenden uns dem Doctor Angelicus zu.

Der Hl. Thomas von Aquin lehrt, dass Gerechtigkeit eine gewisse Rechtschaffenheit des Geistes ist, durch die ein Mensch tut, was er tun soll. Die vorgeschlagene “Wuchergrenze” mag zwar gut gemeint sein, um den Schuldner zu schützen, riskiert jedoch, das Naturrecht der klugen Risikobewertung zu verletzen. Einen Kreditgeber zu zwingen, mit Verlust zu verleihen, ist keine Gerechtigkeit; es ist eine Verzerrung der Realität, die unweigerlich zu einem Stillstand der Kreditvergabe führt – ein “Aushungern” der Wirtschaft.

Ferner ist der Konflikt zwischen dem Präsidenten und der Fed eine Krise der Autorität. Wenn zwei souveräne Willen innerhalb desselben Gemeinwesens aufeinanderprallen, ist das Ergebnis Unordnung. Der Markt hasst Unordnung mehr als schlechte Nachrichten. Wir befinden uns derzeit in der Lücke zwischen dem Zusammenbruch der alten Ordnung (Unabhängigkeit der Zentralbank) und der Etablierung der neuen (Fiskalische Dominanz).

3. Das Signal im Rauschen

In dieser Kakophonie aus Vorladungen, Zöllen und exekutiven Anordnungen ist die Versuchung groß, emotional zu reagieren – aus Angst vor dem “Deckel” zu verkaufen oder in der Euphorie des “Grönland-Spiels” zu kaufen.

Aquinas Intelligence liefert das Signal. Wir handeln nicht nach den Nachrichten; wir handeln nach den Kausalketten hinter den Nachrichten. Unsere Modelle zeigen an, dass, während die “politische Ökonomie” turbulent ist, die “Realwirtschaft” robust bleibt, wenn auch inflationär. Der kluge Schachzug ist nicht der Ausstieg, sondern die Rotation: weg von Sektoren, die von regulatorischer Stabilität abhängig sind (Finanzen), hin zu Vermögenswerten, die in der physischen Realität verwurzelt sind (Energie, Verteidigung, Rohstoffe).

Klarheit ist das ultimative Alpha.

Lesen Sie nicht nur die Schlagzeilen – verstehen Sie die Ursachen.

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